Obstgarten im Februar - Bodenprobe

Den nachfolgenden Artikel haben wir, mit freundlicher Genehmigung,
dem Newsletter 04/2021 der Gartenakademie Rheinland-Pfalz entnommen.

Obstgarten im Februar - Bodenprobe

Vielfach hört man die Frage: „Wieso ist eine Bodenuntersuchung überhaupt notwendig?“
Diese Frage lässt sich heute ganz einfach beantworten:
Bei der Bodenuntersuchung werden pflanzenverfügbare Nährstoffe, die Bodenreaktion (pHWert)
und eventuell noch der Humusgehalt analytisch bestimmt, um daraus den Bedarf an
Nährstoffen bzw. Dünger ableiten zu können. Dies ist besonders wichtig bei neu angelegten
Gärten oder aufgeschütteten Böden, denn hier können durchaus Nährstoffmangelsituationen
oder ein Humusdefizit vorliegen. Gärten, die schon sehr lange als solche bewirtschaftet
werden, weisen dagegen nicht selten sehr hohe Nährstoffgehalte auf, so dass die Düngung
oft deutlich reduziert werden kann. Alle 5 - 8 Jahre sollte eine Bodenuntersuchung im Garten
durchgeführt werden, um zu sehen, wie sich die Nährstoffgehalte im Boden entwickeln. Bei
Obstgehölzen ist sie besonders wichtig, denn nichts ist lästiger als ein zu starker Wuchs,
verursacht durch eine zu üppige Düngung! Die Kosten sind überschaubar (ca. 25 €), es ist
ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, und spart oft Arbeit, Zeit und Geld für unnötige
Düngemaßnahmen. Also, die regelmäßige Bodenuntersuchung ist heutzutage ein echtes „Muss“!
Erfasst werden die Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium, der pH-Wert und in
der Regel auch der Humusgehalt. Das Untersuchungsergebnis ist bei den Bodenlabors
kombiniert mit einer genauen Düngungsempfehlung unter Angabe der Aufwandmengen
sowie geeigneter Dünger. Meist werden mineralische Dünger empfohlen, weil die genauer
dosiert werden können. Das ganze funktioniert natürlich auch mit organischen Düngern wie
z. B. Kompost: so reicht auf durchschnittlich gut versorgten Böden (Stufe C) eine jährliche
Gabe von 3 l/qm in der Regel völlig aus.
Die Probenahme erfolgt mit dem Spaten im Bereich der Baumscheibe. Für eine
aussagefähiges Ergebnis sollte man mehrere Einstiche machen (10 -15 Einstiche). Dazu
sticht man mit dem Spaten 30 cm tief in den Boden und füllt die Erde in einen Eimer. Nach
dem vermischen füllt man davon 500 g in einen Folienbeutel, der dann zur Untersuchung an
ein Labor geschickt werden kann. Die Folienbeutel sollten mit einem wasserfesten Stift
beschriftet werden. Zum Teil bieten die Untersuchungslabors auch detaillierte Anleitungen
zur Probenahmen.
Schnitt Feigen
Mit dem Schnitt soll ein tragfähiges, lockeres Gerüst aufgebaut werden, um wegen der
großen Blätter einer zu starken Beschattung der Kronen vorzubeugen. Grundsätzlich werden
Feigen nur mäßig geschnitten, damit das Triebwachstum nicht zu sehr angeregt wird. Denn
ein zu starkes Wachstum hemmt die Fruchtbarkeit. Beim Schnitt sollte man sich bewusst
machen, an welchen Orten die Früchte hängen:
Die Sommerfrüchte wachsen am vorjährigen (einjährigen) Holz Mitte Juli, die Herbstfrüchte
an diesjährigen Trieben Mitte September. Dabei sitzen die Früchte meist am mittleren Teil
des Triebes.
Beim Schnitt von Feigenbüschen im Freiland werden im Frühjahr alle dichten, sich
überkreuzenden oder von Frost geschädigte Äste entfernt. Beim Rückschnitt geht man auf
eine Knospe oder eine Verzweigung zurück. Ältere Büsche, die im Inneren verkahlt sind,
vertragen auch einen kräftigen Rückschnitt. Hierbei kann man zur Verjüngung alte,
abgetragene Triebe direkt über dem Boden abschneiden. Auch Kübelpflanzen können so
behandelt werden
Arbeiten im Februar
 Abdecken Erdbeeren mit Vlies zur Verfrühung. Wichtig ist, dass die Bedeckung bei
warmer Witterung, spätestens aber bei Erscheinen der ersten Blüten wieder
abgenommen werden muss. Sollte es dann aber noch einmal richtig kalt werden,
muss natürlich sofort wieder abgedeckt werden, da die Pflanzen durch den
Entwicklungsvorsprung kälteempfindlicher sind.
 Bei frostfreiem Wetter sind alle Schnitt- und Pflanzmaßnahmen möglich.
 In warmen Phasen über 10°C Spritzungen gegen Kräuselkrankheit durchführen.
 Auf Wildverbiß besonders an jungen Bäumen achten.

werner.ollig@dlr.rlp.de          www.Gartenakademie.rlp.de