Wetter begünstigt Blüten-Infektionen

Der nachfolgende Artikel wurde, mit freundlicher Genehmigung,
dem Newsletter 08-2021 der Gartenakademie Rheinland-Pfalz entnommen.  


Pilzinfektionen werden von bestimmten Witterungen begünstigt. Dies ist auch die
Erklärung, warum in einzelnen Jahren manche Pilzerkrankungen sehr stark auftreten
und in anderen Jahren kaum.
Besonders gut kann man dies bei Erkrankungen beobachten, bei denen die Infektion
über die Blüte erfolgt. Dies ist z.B. bei der Monilia Spitzendürre und der Narrentaschen-
krankheit der Fall. Ist es in der relativ kurzen Zeit der Blüte trocken und warm, gibt es
kaum einen Befall, ist das Wetter hingegen wechselhaft bzw. nass-kalt, herrscht ein
hohes Infektionsrisiko.
Durch die Monilia-Spitzendürre gefährdet sind Aprikose, Mandel, Pflaume und Kirsche,
sowohl die Nutz- wie Zierformen. Typisches Zeichen für eine Moniliainfektion ist das
Verwelken der Blütenbüschel und Triebspitzen nach der Blüte.
Dabei verbleiben die vertrockneten Blüten am spitzendürren Zweig und fallen nicht ab.
Stellt man dies fest, müssen alle befallenen Zweige 20 cm ins gesunde Holz zurück-
geschnitten werden. Befallenes Schnittgut wird aus dem Garten entfernt. Unterbleibt
der rechtzeitige Rückschnitt kann der Baum bei einem starken Befall sogar ganz
absterben.
Bei Zwetschgen und Pflaumenarten ist unter solchen Bedingungen auch mit einem
verstärkten Auftreten der Narrentaschenkrankheit zu rechnen. Es ist in diesem Fall kein
Rückschnitt erforderlich.

eva.morgenstern@dlr.rlp.de                   www.Gartenakademie.rlp.de